Exkursion nach Kroatien Teil 2

Tag 1: Erste Entdeckungen

Nach einer halbwegs angenehmen Nacht – die mitgebrachte Schaumstoffmatratze war doch nicht ganz so ausreichend wie gedacht – erblickte ich auf dem Weg nach draußen in unserem Vorzelt einen hübschen kleinen Besucher. Tobi war gerade zur Toilette aufgebrochen, so dass es an mir war, diesen zu dokumentieren. Ich schnappte mir die Spiegelreflex und schoss das schönste Foto damit, dass ich bisher hinbekommen habe:
Warzenbeisser
Zwei Tage später begegnete uns dieser hübsche Geselle noch einmal im Auto. Genau derselbe, denn wie man auf dem zweiten Blick erkennt, fehlt ihm ein Sprungbein. Unser Arthropodenexperte bestimmte ihn uns als “Warzenbeisser”. Den Namen hat er sich durch den Umstand verdient, dass er sehr kräftige Mundwerkzeuge hat. Früher, vielleicht noch heute, wurde er daher dazu missbraucht, Dellwarzen von den Betroffenen abzuzwicken. Ich habe im Moment auch so eine, kam aber nicht dazu, unseren kleinen Kerl um diesen Gefallen zu bieten. Genaugenommen tat er mir auch so schon leid, fünfbeinig wie er war.
Anschließend gab es das erste Frühstück. Kroatische Teilchen, Weißbrot in verschiedenen Formen – als Rupfsemmeln oder Scheiben – Butter, Marmelade und verschiedene ausgezeichete Wurst- und Käsesorten. Hatte unsere Exkursionsleiterin sehr gut eingekauft. Der Kaffee war pünktlich aber noch zu schwach. Ich als Kaffeeverweigerer begnügte mich mit Milch. Nach einer Lagebesprechung ging es das erste Mal runter ans Meer, etwa 1-2min Laufstrecke trennte uns davon, vom Balkon konnten wir über die Zelte und Caravans anderer Gäste zum Ufer hinuntersehen.
Als ich das letzte Mal in Kroatien war, ungefähr 13 oder 14 Jahre alt, hatte ich das Meer grundsätzlich schon einmal mit einem Schnorchelset besucht. Dieses muss allerdings von minderer Qualität gewesen sein, denn irgendwie kann ich mich nicht erinnern, das getan zu haben, was man unter Schnorcheln versteht: Der Schnorchel lief meiner Erinnerung nach ständig voll mit Wasser, weswegen ich die meiste Zeit eher an der Oberfläche tauchte oder andernfalls viel Salzwasser schluckte. Mit Flossen war ich dagegen glaube ich generell nie im Meer, die Flossen, die wir auf Mallorca dabei hatten waren mir entweder zu groß oder zu klein. Diesesmal hatte ich jedenfalls für 64€ insgesamt eine sehr gute Komplettausrüstung mit einem gutem Schnorchel, einer ausgezeichnet sitzenden Brille und harten Flossen gekauft, die nun ihren Premiereinsatz hatten. Ebenfalls dabei waren, für Tobi und mich, die Taucherschuhe, die wir schon damals vor 10 Jahren in Kroatien gekauft hatten. Was Seeigel betrifft, wären diese für den “Strand” unseres Campingplatzes nicht unbedingt nötig gewesen, diese tummelten sich hier mehrheitlich in 3m Tiefe. Allerdings handelte es sich bei diesem Strand auf die größte Fläche um ein Musterbeispiel der Istrischen Küste: besonders die Einstiege bestanden größten Teils aus scharfkantigen bis spitzen Felsen (aus Dolomit ^^), teilweise von Algen und sonstigem Kleingetier so glitschig bewachsen, dass es uns ähnlich erging wie auf dem Helogoländer Felswatt bei Ebbe.
Wer schon einmal mit Flossen umhergewatschelt ist, kann sich vorstellen, dass es also nicht einfach war, bei solcherlei Umständen vorwärts zu kommen. Tobi hatte sich die Flossen unseres Exkursionleiters ausgeborgt, die groß genug waren, dass er mit den Tauchschuhe hineinschlüpfen konnte. Er ging also mit den Schuhe bis zu einem geeigneten Sitzfelsen, von wo er ins Wasser rutschen konnte, zog sich die Flossen über und ab die Post. Ich ahmte dies ganz menschlich nach, musste aber die Schwimmschuhe zurücklassen und da ich nicht wie Tobi eine lange Badehose anhatte sondern einen Bikini; holte ich mir den ein oder anderen unangenehmen Kratzer am Hinterteil (die noch etwa zwei Tage zum Heilen brauchten). Meine Taucherbrille hatte ich ganz gut vorbereitet, sie lief nur dieses eine Mal auf nervige Weise an. Das Wasser jedenfalls war wirklich glasklar und, wie wir später noch herausfanden, die Meeresflora und  -fauna hier eine der reichhaltigsten. Am ersten Tag war ich aber noch zu unerfahren, um wirklich alles zu entdecken. Die einzige Fischart, die mir so gut auffiel, dass ich sie hinterher im Bilderbestimmungsbuch zweifelsfrei wiedererkannte war die Goldstrieme Sarpa salpa, ein Vertreter der Meerbrassen, die gleichzeitig hier die am häufigsten vertretenen Fischfamilie ist. Ein paar Mal waren wir auch noch bei Dämmerung Schnorcheln, wobei ich entdeckte, dass die Goldstriemen dann vor dem beigen Hintergrund aus Algen ganz transparent erscheinen.
Aus Wikipedia
Das einzige weitere Lebewesen, dass ich auf Anhieb wiedererkannt habe – da wir noch keine Kescher und Eimer o.ä. dabei hatten hatte ich nur meine Gedächtnis zum Arbeiten – war die Pferdeaktinie Actinia equina, eine Seeanemone und damit Nesseltier. Noch furchtlos fasste ich sie an. Und… nichts passierte.
Quelle: Wikipedia
Denn anders als auf dem Bild waren sämtliche Pferdeaktinien die ich entdeckte komplett eingezogen. Glücklicherweise war sie in dieser eingezogenen Form auch in unserem Buch abgebildet, davon abgesehen dass Tobi nach meiner Beschreibung sofort wusste, was ich meinte. Wir waren fast jeden Tag Schnorcheln aber ich habe sie nie offen gesehen, und wenn, habe ich sie wahrscheinlich aufgrund des Unterschiedes nicht erkannt. Von einer offensichtlichen Anemone mit in der Strömung tanzenden Tentakeln zu einem knallroten, weichen Knubbel braucht es doch etwas Phantasie. Und die Dinger waren wirklich leuchtend knallrot, nicht so bräunlich wie auf dem Bild. Höchstens wenns sie schon halbtot waren. (Ich habe nachträglich noch ein selbstgemachtes Bild einer eingezogenen Pferdeaktinie gefunden, es befindet sich jetzt unten im Fotoalbum)
Irgendwann hatte ich mich sattgeschnorchelt. Was schon ein gutes Stück länger dauerte als beim Rest – von Tobi abgesehen – denn ich hatte irgendwie nicht das Problem, dass mir vom schnorcheln schlecht wurde, dafür aber unerwartet viel Schwimmausdauer. Beim Aufwärmen auf den Felsen betrachtete ich mir die Botanik und die Fundstücke der anderen Exkursionsteilnehmer und machte meine ersten Aufzeichnungen ins Exkursionstagebuch. Um diesen Blog nicht zu sprengen oder die anderen zu kurz kommen zu lassen, werde ich aber hier nicht näher darauf eingehen. Was die Botanik betrifft, erwähne ich nur einmal ganz rätselhaft, dass wir organische Verbindungen auf den Felsen entdeckten:
Hmm welche Verbindung könnte das sein?
Ich weiß nicht mehr, was eigentlich abends vorgesehen war, aber, schätzungsweise aufgrund der Hitze, fiel ein Großteil davon aus. Wir begaben uns lediglich ein weiteres Mal hinunter zum Meer, dieses Mal mit mehr zum Bestimmen hilfreicher Ausrüstung. Im Meer selbst sowie in den Gezeitentümpeln zwischen den Felsen fanden wir dann auch eine gute Auswahl an Meerestieren und Algen für unser Abendprogramm, das darin bestand, diese ersten Charakterarten zu bestimmen. Einen Teil entließen wir danach ins Meer, den anderen Teil versorgten wir so, dass er es unter unserer Veranda noch ein wenig unsere Beobachtungen aushalten können sollte.

Abends gab es ein ganz tolles Chilli vom ersten Kochtrupp. Die Hauptköchin war niedlicherweise total verzweifelt, weil sie scharfe Rosenpaprika für normale, süße Paprika gehalten hatte und das Chilli daher recht scharf geraten war. Für die meisten von uns war das aber noch nicht einmal scharf genug bis gerade richtig ;). Anschließend wurde ein wenig auf einen erfolgreiche Exkursion angestoßen. Ich allerdings beschloss aufgrund des früheren Termins zum Frühstück, mich früher ins Bett zu begeben.
Hiermit endet mein zweiter Blog zu meinem Reisetagebuch. Ich hoffe, er hat dir gefallen und mit etwas Glück kommt morgen schon die nächste Fortsetzung. Zumindest habe ich noch sehr viel Stoff dafür.
Mittendrin reingeschneit? Hier gibts den letzten Teil!

Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt Tinschen schreibt 
Christina Staudigl Christina Staudigl Christina Staudigl Christina Staudigl Christina Staudigl Christina Staudigl 

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