Exkursion nach Kroatien Teil 5

Nachtrag zum Tag 3:
Nach einem langen Tag im nicht klimatisierten Labor sperrten wir ab und machten uns auf in die Innenstadt von Pula. Während die meisten sich an den Schaufenstern ergötzten, interessierten sich Tobi und unser Exkursionsleiter dagegen eher archäologisch-historisch für alte Inschriften.
Was zum bersetzen gegen die Langweile
Obwohl ich mich zwischendurch auch schon stärker für derlei interessiert habe, habe ich doch leider vergessen, was das besondere an dieser Inschrift war. Ich erinnere mich nur noch, dass der Pfau irgendeine besondere Bedeutung hatte.
Wahrscheinlich war ich allzu sehr damit abgelenkt, in Erfahrung bringen zu wollen, was wohl das hier ausgefallenste Essen sein könnte. Selbst leidenschaftliche Köchin bin ich nämlich immer an Neuem interessiert und gleichzeitig dem Standard abgeneigt. Beispiel: Ich kann nicht verstehen, wie jemand ernsthaft z.B. in Italien in eine Pizzaria gehen kann um dort dann Schnitzel mit Pommes zu bestellen. Gleichsam wollte ich hier etwas finden, was ich weder zuhause noch in Italien finden könnte (oder zumindest nicht zuhause in einer Pizzaria). Wir liefen circa zwanzig Minuten durch diese Fußgängerzone und ich entdeckte hin und wieder etwas interessanteres. Unser Ziel jedoch war ein Lokal direkt am pulanesischen Fischmarkt, wo wir angeblich aus Gründen alter Bekanntschaft Prozente bekommen würden. Leider war der alte Bekannte dort nicht anzutreffen, trotzdem ließen wir uns schließlich dort nieder. Das Studium der Speisekarte brachte unglücklicherweise nicht allzu viel außergewöhnliches zutage. Das herausstechendste war wohl, dass ein Teller Spaghetti bolognese unter den Vorspeisen angesiedelt war – aufgrund höherer Gelüste und trotz besseren Wissens entschied sich wenigstens eine Mitreisende für diesen ganz besonderen Exoten Zwinkerndes Smiley. Ich hingegen orderte schließlich eine Dorade, die mit Mangold und Kartoffeln serviert werden sollte. Tobi bekam gegrillten Tintenfisch. Die Dorade selbst war ganz anständig, das Mangold und die Kartoffeln allerdings waren ganz grob mal garnix. Beides kam ziemlich kalt daher und insbesondere das Mangold schmeckte verdächtig eher nach frisch aufgetautem Spinat als nach sonst irgendwas. Dazu gab es eine recht lasche Knoblauchmayonaise. Naja. Immerhin satt und Mischmasch hatte ich dazu – mit diesem Getränk verbinde ich wohlige Kindheitserinnerungen..
Zwischenstop in Rom?
Tag 4: Nochmaaaaaal
Das Labor im Fort Verudella hatten wir sogar 2 Tage lang gebucht, daher ging es am nächsten Morgen wieder dorthin, allerdings etwas später. Plankton hatten wir abgehakt, heute gab es ein neues Programm. Dieses Mal gab es hauptsächlich Theorie. An der Labortafel brachte uns unser Exkursionsleiter Bauplan und Lebensweise verschiedener hauptsächlich sessiler Tierstämme bei. So zum Beispiel auch den der Moostiere, die ich gestern schon mit der Trugkoralle angeschnitten habe. Auch Röhrenwürmer, von denen wir natürlich auch ein paar kleinere z.B. auf Muscheln da hatten nahmen wir noch einmal durch. Noch einmal sage ich deswegen, da ich das meiste ja schon auf Helgoland schon einmal gehört hatte. Besonders interessant war dann noch unser letzter und nurnoch zur Hälfte theoretischer Tagesteil: Stachelhäuter und damit auch Seesterne.SeesternaugeVon denen hatten wir nämlich das eine oder andere schöne, große Exemplar in unseren Wannen. Wir lernten am Objekt, dass die Füßchen des Seesterns zur Fortbewegung keine Saugnäpfe einsetzen sondern Klebdrüsen und beobachteten, wie tatsächlich immer ein, maximal zwei Arme die Führung über die anderen übernahm. Darüber hinaus bewiesen wir auch mit etwas Phantasie, dass auch Seesterne Augen bzw. Sehorgane haben (im Bild ist das diese rötlichere Region an der Spitze). Dazu bestrahlten wir diese mit einer ziemlich hellen Taschenlampe, was den Seestern wohl doch etwas verwirrte auf seiner Tour durch die Wanne. Die in einem weiteren Experiment extra für ihn mit ordentlich Schmackes und Spritzwasser geöffnete Miesmuschel verschmähte er allerdings. Nicht einmal direkt auf seine Mundöffnung gelegt tat er uns den Gefallen, das Muschelfleisch zu verspeisen.
In einem weiteren ganz lustigen Experiment beschäftigten wir uns mit unseren größeren Einsiedlerkrebsen. Die sind nämlich angeblich gar nicht scharf darauf falsch herum zu liegen. Wir bekamen also kleine Aquarien und je einen Einsiedler dazu, drehten sie irgendwie anders als Haustür nach unten und guckten zu. Tobi und ich erhielten einen recht schüchternen Genossen, der sich vielleicht auch damit schwer tat, dass so ein Aquarium ohne extra Sand doch einen rutschigen Boden hat. Für alle Fälle hielten wir mit der Kamera drauf und hier habt ihr nun ein paar seine tollpatschigen Versuche, wenigstens vorwärts zu kommen:

Relativ am Ende des Tages stand dann neben wieder zusammenpacken noch auf dem Programm uns möglichst alle heimischen Fischarten hier im Aquarium anzuschauen und uns zu merken, damit wir demnächst eine ausführliche Kartierung mit Arten anstellen könnten. Ich habe euch mal zumindest vier Fischarten, bis auf eine alles Brassen, in einem Bild zusammengestellt. Auf meiner Liste stehen aber noch mindestens 10 andere Zwinkerndes Smiley
Fische
Letztendlich kamen wir zurück zum Campingplatz, wo Tobi und ich diesesmal mit dem Kochen dran waren. Die in viel zu großzügigen Mengen Spaghetti überschritten leider den Punkt “Al dente” um ein gutes Stück und wurden so recht klebrig. Fast dadurch entmutigt zogen wir aber trotzdem das Programm durch und am Ende stand ein Topf Spaghetti arrabiata und ein Topf Spaghetti tricolore (wie es unser Exkursionsleiter taufte) auf dem Tisch. Für die, die es interessiert, bei dieser Soße handelte es sich um Olivenöl, in dem Zwiebeln und Tomaten kurz angebraten wurden und, aber wegen eventuellen Verweigerern reichten wir diese extra, schwarzen Oliven. Uns wurde jedenfalls versichert, dass es geschmeckt hat, ich persönlich war, ähnlich wie die Chilliköchin, wegen der Spaghetti selbst doch etwas geknickt.
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