Pilzepilzepilzepilzepilzepilzepilzpilzpilz!

In früheren Blogs habe ich ja darüber geklagt, wie wenige Pilze es bei mir zuhause gibt. Jetzt arbeite ich ja praktisch im Wald. Noch dazu einem Wald, dessen Boden zwar hauptsächlich wie im Nürnberger Land typisch recht sandig ist, aber der auch viele lehmige Stellen aufzuweisen hat. Das heißt: Hier rauscht das Wasser nicht einfach nur so durch wie das in meinem Eichstätter Jura-Hochwald meist der Fall ist.
Schopftintling
Der Waldteil, in dem ich arbeite, besteht hauptsächlich aus Stieleichen und Hainbuchen sowie Kiefern und Fichten. Zwischendrin gibt es auch vereinzelte Anhäufungen von Buchen und hier und da auch der übliche Strauchbewuchs, z.B. Hartriegel und Faulbaum.
Kein Wunder, dass sich hier sehr viele verschiedene Pilze wohlfühlen!
Genug der Worte, es folgt eine kleine Pilzgallerie – Namen erfahrt Ihr, wenn Ihr mit der Maus über das Bild fahrt. Viel Spaß!

^essbar

^erzeugt Rauschzustände, soll von den Berserkern als Kampfdroge genutzt worden sein

^giftig
IMG_1034
Oben und unten sind Braunrote Milchlinge abgebildet. Warum er Milchling heißt, kann man sich spätestens beim unterem Bild denken. Bei Verletzung sondert er nämlich eine milchige Flüssigkeit ab, die ziemlich scharf-bitterlich schmeckt und die Haut pastellgelb verfärbt. Was roh schon so ekelhaft schmeckt, kann gekocht nicht anders sein. Giftig ist er allerdings nicht.
IMG_0973

^essbar aber wie alle Lorcheln selten. Also Einzelstücke immer stehen lassen und hoffen, dass es dann nächstes Jahr mehr gibt!

^essbar

^giftig

^tödlich giftig, schmeckt angenehm nussig

^minderwertig aber essbar.
Nun noch einmal ein paar wichtige Merksätze, wenn man in die Pilze geht:
1. Nachhaltig sammeln:
Einzelne Pilze immer lieber stehen lassen. Erstens kann man nur Pilze, die zu mehreren in verschiedenen Entwicklungsstadien stehen, wirklich sicher bestimmen. Zweitens stellt der Pilz als Fruchtkörper den Versuch dieser Organismen dar, sich fortzupflanzen. Wenn man nicht die Gier siegen lässt, sondern den Gedanken an die Zukunft, findet man im nächsten Jahr vielleicht mehr davon.
2. Nicht sinnlos zerstören:
Pilze sind wichtige Bestandteile des Lebensraum Wald. Manche spielen eine wichtige Rolle beim Nährstoffrecycling und manche helfen den Bäumen beim Wachsen. Nur weil ein Pilz giftig ist oder schlecht schmeckt, sollte man nicht einfach durch die Gegend rennen und solche Pilze mutwillig zerstören.
3. Wie man Pilze am besten sammelt:
Die meisten Pilzführer empfehlen entweder, den Pilz herauszudrehen oder ihn mit einem Messer abzuschneiden. Die schonendste Methode ist wohl die erstere. Denn der Fruchtkörper Pilz besteht aus zig eng zusammengedrängten Myzel-Fäden, von denen jeder einzelne mit dem Gesamtorganismus Pilz verbunden ist. Wird der Fruchtkörper mit dem Messer abgetrennt, öffnet man eine riesige Schicht Myzelfäden, die alle einzeln plötzlich der Umwelt und damit gefährlichen Krankheitserregern ausgesetzt sind. Dreht man den Pilz aus seinem Grundmyzelgeflecht, dass im Vergleich zum Fruchtkörper nur aus wenigen Fäden besteht, kann man die Angriffsfläche für Krankheitserreger viel kleiner halten. So sorgt man dafür, dass im nächsten Jahr mir größerer Sicherheit derselbe Pilz wieder wächst.
Ein Messer sollte man aber trotzdem mitnehmen. Denn beim Herausdrehen nimmt man oft noch viel Bodenstreu am Pilzboden mit, das man am besten schon im Wald entfernt. Auch sonstige Verunreinigungen oder Fraßstellen kriegt man so sparsamer schon im Wald ab und spart sich das Putzen zuhause.

Bemerkung zum Schluss:
Dieser Blog ist kein Pilzbuch. Wer damit in den Wald hinausgeht und dann aufgrund der mangelhaften Information etwas giftiges einpackt und verspeist, ist selber schuld. Pilzbücher gibt es in jedem Buchladen und jeder naturwissenschaftlichen Bibliothek. Ich übernehme keine Haftung Zwinkerndes Smiley

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