Kürbislasagne–vegetarisch

Am 1. November habe ich Kürbislasagne gekocht und bisher nicht die Zeit und Muse gehabt, das Rezept niederzuschreiben. Die Idee, wie ich die Lasagne machen könnte, kam mir im Zug. Plötzlich war das Gelüst da und der Weg, wie ich dahin kommen könnte.

Also machte ich mich, nachdem ich die Zutaten beschafft hatte, ans Werk.

Ich wollte keine fertigen Nudelplatten nehmen, bzw. ich fand einfach keine in der Mini-Norma ums Eck und kaufte dann lieber Eier, Mehl und einen Bund Rucula.
Da ich keine Ahnung hatte, wie viele Schichten ich in meine Auflaufform hineinbekommen würde, orientierte ich mich einfach mal an einer Angabe für 4 Personen: 200g Mehl und zwei Eier sollten da angeblich reichen. Zuerst schlug ich die Eier in die Schüssel, dann streute ich eine gute Prise Salz und Pfeffer hinein sowie möglichst grüne getrocknete Kräuter, worunter auf jeden Fall Liebstöckl, Salbei, Dill und Kerbel waren. Für ein richtig frisches Grün versenkte ich letztendlich noch fast den ganzen Bund Rucula in die Schüssel und pürierte nach der Zugabe von einer schönen Portion Olivenöl ordentlich durch, bis mir das ganze ausreichend einheitlich grün erschien.
Nun gab ich die 200g Mehl und ein paar Esslöffel Grieß hinzu und wechselte vom Pürierstab zum Knethaken um. Sobald ein hübscher Klumpen zu entstehen begann, kratzte ich ihn zusammen mit den Resten am Schüsselrand zusammen und umwickelte das Ganze mit Frischhaltefolie. Der Teig sollte laut Standard-Nudelrezept etwa eine Stunde ruhen, damit er beim Ausrollen nicht so klebrig ist.

Nachdem der Nudelteig schon etwa 30 Minuten auf der Seite war, machte ich mich daran, den Kürbis zu halbieren und zu entkernen (die Kerne hob ich mal wieder auf, in der Hoffnung, am Ende doch noch essbare geröstete Kürbiskerne zu bekommen, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden). Den Rest des Kürbisses, übrigens Hokkaido, schnitt ich in grobe Würfel. Zusammen mit zwei grob gehackten Zwiebeln und Knoblauchzehen warf ich ihn in einen Topf mit siedendem Öl und ließ alles etwa zehn Minuten vor sich hinbraten – unter gewissenhaftem Umrühren versteht sich. Dann goß ich bis etwa zur Hälfte der Würfelhöhe Weißwein auf und leerte einen 100g Becher saure Sahne mit hinein und vermischte alles gleichmäßig mit dem Kochlöffel.

Während ich den Kürbistopf noch etwas vor sich hin köcheln ließ, damit der Kürbis auch ordentlich durch sein würde, holte ich den Nudelteig wieder aus dem Kühlschrank. Das bisschen nicht vollgestellte Arbeitsfläche unserer kleinen WG-Küche bemehlte ich, ebenso wie meine Hände und den Nudelteig, und legte mit dem Nudelholz los. Immer von innen nach außen, umdrehen, von innen nach außen, wenden, von innen nach außen, hatte ich irgendwann eine endlich leicht durchscheinende, nur wenige Millimeter dicke Teigfläche vor mir, die sich in schöne, auflaufförmige Lasagneplatten schneiden ließ.

Nun nahm ich den Kürbistopf vom Herd und pürierte ihn zu einem schönen, dicken Brei. Gleichzeitig brachte ich einen ordentlich gesalzenen Topf Wasser zum Kochen. Sobald es darin richtig rund ging, warf ich nach und nach immer maximal zwei Lasagneplatten in das Wasser, holte sie nach etwa zwei Minuten wieder heraus und legte sie auf ein sauberes Küchentuch.

Endlich war es so weit: Die Lasagneform konnte befüllt werden.
Die erste Schicht ist bei mir weder Nudel noch Soße sondern genauso wie die letzte Käse, da ich mir einbilde, dass man es so hinterher beim herausnehmen leichter hat, ein richtiges, ganzes Stück auf den Teller zu bekommen.
Auf den Käse allerdings kommt auch ein kleiner Schöpfer Soße für die Bindung.
Darauf folgten mehrere Schichten Nudel-Soße-Nudel. Etwa bei der Mitte legte ich aber in die Soße hinein noch dicht Tomatenscheiben mit drauf. Die letzte Schicht, optimalerweise war mir gerade da die Soße ausgegangen und auch die Nudelplatten gingen genau auf, ist bei mir eine Schicht Zwiebeln mit Creme fraiche. Traditionell kommt da zwar eine Bechamel-Soße drauf, aber erstens macht das meine Mama auch immer so. Und zweitens fand ich auch, dass geschmacklich die Creme fraiche dem ganzen eine, wie der Name schon sagt, frischere Note gibt. Die letzte Platte Nudeln drauf, noch einmal ein paar Zwiebelscheiben und den Rest Creme fraiche und dann gaaaaaanz viel Käse, ich glaube ich habe Emmentaler genommen. Sollte aber auch super mit Gouda, Edamer, Mozzarella usw. funktionieren.

Dann kam die Form für 20-30 Minuten in den Ofen bei etwa 180° und da bis dahin der Käse oben noch zu flüssig und kein bisschen angebräunt war, setzte ich nochmal 5-10min Grillstufe von oben hinterher.

Kürbislasagne

Fertig war meine Kürbislasagne. Mein Freund schlang sie in sich hinein als ob es keinen Morgen mehr gäbe und unsere Mitbewohner fanden sie auch super.

Ich, die ich seit Ewigkeiten keine Nudeln mehr selber gemacht habe, hab mir auch vorgenommen, das ab sofort öfter zu machen. Tja, nun ist das alles schon einen Monat her und das ist nicht passiert. Aaaaber der Vorsatz bleibt.

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und falls ihr diese Kürbislasagne nachkocht: Ich wünsche euch einen Guten Appetit!

Und zum Schluss noch einmal die Zutatenliste (4 Personen):
1 Hokkaidokürbis
2 Eier
200g Mehl
1 Bund Rucula
getrocknete Kräuter, Salz, Pfeffer, Olivenöl
1 Becher saure Sahne
~200ml Weißwein
2 Zwiebeln
2 Zehen Knoblauch
1 Tomate
1/2 Becher Creme fraiche
~200g Reibekäse (Sorte egal, hauptsache schmilzt)
Kürbislasagne

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