Mein Oktober als FÖJ-ler (2. Teil: Die Arbeit)

IMG_0932Im ersten Monat habe ich natürlich hauptsächlich versucht, mich am Naturerlebnispfad und in der Schule einzuleben. Die meiste Zeit verbrachte ich damit, das Gelände zu erkunden und die verschiedenen Stationen des Naturerlebnispfades zu entdecken.
Dabei hatte ich meistens Pflanzen- und Pilzbestimmungsbücher dabei, denn ich habe vor, eine möglichst komplette Artenliste aufzustellen, denn der Schönberger Forst ist wirklich ein artenreicher Wald. Allein was Bäume und Sträucher betrifft, könnte ein Anfänger stundenlang Bestimmungsbücher wälzen. Ich habe im Oktober folgende Arten gefunden (hier der Einfachheit halber nur mit deutschen Namen und teils auch nicht genauer spezifiziert, da ich im Frühjahr eh noch einmal genauer nachsehen will… und bei den Kräutern hab ich auch ein paar Sporenpflanzen versteckt ^^):

Bäume&Sträucher Stauden&Kräuter Pilze&Flechten
Birke Efeu Maronenröhrling
Brombeere Alant Birkenporling
Eberesche Arnika Birkenröhrling
Erle Brennnessel Buchen-Speitäubling
Faulbaum Frauenfarn Butterröhrling
Fichte Frauenhaarmoos Flaschenstäubling
Ginster Heidekraut Fliegenpilz
Hainbuche Kleinblütiges Franzosenkraut Gesäter Tintling
Hartriegel Kunigundenkraut/Wasserdost Glimmertintling
Hasel Schwarze Königskerze Grünblättriger Schwefelkopf
Heidelbeere Stinkender Storchschnabel Hallimasch
Kiefer Wald-Sauerklee Herbstlorchel
Lärche Wald-Schachtelhalm Kartoffelbovist
Robinie Wasserdarm Krause Glucke
Rotbuche Weidenröschen Kuhröhrling
Roteiche Milder Schwefelkopf
Stieleiche diverse Milchlinge
Tanne Schopftintling
Winterlinde versch. Steinpilze
Weißer Knollenblätterpilz
Ziegenlippe

Über den Pilzreichtum hatte ich ja bereits damals schon einen Blog geschrieben. Ein, zwei Mal habe ich mir ein paar Leckerbissen mit nach Hause genommen. Einmal habe ich aber für uns vier Mädels im Büro eine ausgezeichnete Mischpilzpfanne gekocht, für deren Inhalt ich kaum 2 Stunden suchen musste, um etwas über einem guten Kilo Pilze zu finden. Hoffentlich gibt es 2013 wieder etwas früher Pilze, damit wir das wiederholen können.
Voller Pilzkorb
Auch mit den Waldbesuchern habe ich mich bekannt gemacht, u.a. ein befreundetes Rentnerpärchen, dass öfter vorbei kommt um etwas Ordnung zu schaffen. Natürlich wussten sie auch ganz viel zu Schimpfen über Vorgänger, unordentliche Kinder und sonstige Leute, die Müll in den Wald schmeißen und randalieren. Ich gelobte Besserung.
Bald kamen die ersten Gruppen aus dem Kindergarten zu mir ins Waldhaus. Ich war nie ein sonderlicher Fan von Kindern, kannte ich doch hauptsächlich die Stadtdrecksschratzen und meine 10 Jahre jüngere Schwester (die, seit ich ausgezogen bin, viel angenehmer geworden ist ;D ). Aber meine Waldhauskiddies habe ich ratzfatz ins Herz geschlossen. Es bleibt einem aber auch nicht viel Wahl, wenn man fast von Anfang an mit Kuschelattacken bombardiert wird.
Baumgesicht
Diese Sympathie verfestigte sich wohl auch dadurch, dass eines morgens eine fremde Schulklasse auf den Bänken vor dem Waldhaus Geburtstag feierte. Ich unterhielt mich kurz mit der Lehrerin, um sicher zu stellen, dass ich nicht einen Termin verschusselt hatte – sie waren aber wirklich nur spontan für draußen da. Die Fenster waren bereits alle geöffnet und ich mühte mich noch damit ab, mit meiner noch nicht ganz ausgereiften Technik das Feuer zu entzünden.
Natürlich guckten die Kinder, alle so um die zehn Jahre alt, zum Fenster herein. Was sahen sie? Ein Haus im Wald, ein Feuer im Haus, eine Frau im Haus am Feuer. Da kam, was kommen musste:
“Schaut mal! Eine alte Hexe!”
Gekränkt, ich bin ja nicht mal 25 und sehe auch glaube ich nicht so alt aus wie ich bin, machte ich von innen die Fensterläden zu mit den Worten:
”Wer alte Hexe zu mir sagt, darf auch nicht ins Waldhaus reinschauen”.
Ich vergaß aber, auch das Fenster in meinem Büro zuzumachen, wo zudem auch noch die Fenster selber auf waren. Da hörte ich plötzlich auch noch ein:
”Lass uns da einsteigen und die alte Hexe ins Feuer schmeißen!”
Bevor sie wieder verschwanden, beschwerte ich mich noch einmal bei der Lehrerin und fühlt mich dabei, als wär ich schon mindestens 60.
Bis meine lieben Kindergartenkinder kamen, heckte ich Pläne aus, wie ich es denen heimzahlen könnte, falls die mal so ins Waldhaus kommen würden.
Ganz auf Hänsel und Gretel-Art natürlich.
Feuerchen
Am selben Tag erhielt ich von meinen Waldrentnern wenigstens noch das Kompliment, dass ich die gute Fee vom Waldhaus bin, das hob mein Selbstwertgefühl wieder ein bisschen aus dem Keller.
Auch am Reiterhof machte ich meine ersten Schritte. Zuletzt war ich als Kind mit einer Freundin einmal auf einem Pferd geritten, alles drum herum hatte ich noch nie gemacht. Mein Fazit bisher: Pferde sind nicht viel anders als Hunde. Sie sind vielleicht etwas bockiger, machen sich aber mindestens genau so oft dreckig und miefen dann. Man kann mit ihnen auch an der Leine gehen, ja richtig Gassi gehen. Auch sie können grinsen und beißen und sind genau so verschmust. Die Hinterlassenschaften liegen genauso überall herum (zumindest hier) – nur riechen sie nicht so stark.
Fury Weihnachten
Die letzte Oktoberwoche fiel mit den Herbstferien zusammen, also war keine Schule und ich musste nicht ins Büro sondern zu meinem zweiten Anleiter, dem Nordländer Zwinkerndes Smiley.
In dieser letzten Woche machte ich dann etwas, was mir als Kind/Jugendlicher verhasst war, ich aber, seit ich ausgezogen bin, wieder ganz gerne mache: Holz.
Im Holzschuppen vom Waldhaus waren noch einige stattliche Rundlinge, die wir abholten und dann spalteten. Zuhause hatte ich bis dahin nie gespalten, das war Papas Arbeit, genau wie das sägen an der Kreissäge. Seitdem darf ich anscheinend auch daheim alles machen – hätt ich doch bloß den Mund gehaltenZwinkerndes Smiley. Alles im Allem hatten wir dann nach zwei Tagen zwei frische Ster im Schuppen stehen. Was ich mittlerweile von unserem Verbrauch so mitbekommen hab, dürfte das zusammen mit der neusten Ladung mindestens bis nächstes Jahr um die Zeit noch reichen.
Sonnenstrahlen im Wald
Ein weiteres Mal wurde ich in diesem Monat noch frustriert. Zwei Wochen vor den Herbstferien hatte ich rundherum im Wald Moose gesammelt und auf dem Tastpfad eingepflanzt. Wenn es länger trocken war, habe ich es sogar gegossen und alles in allem sah es schön dicht und grün aus. Am Wochenende zu den Herbstferien aber waren wieder besonders nette Menschen auf dem Naturerlebnispfad unterwegs und rissen all das Moos wieder heraus und schmissen es um sich herum in den Wald. Wir überlegten, ob es nicht vielleicht einfach Tiere gewesen sein könnten, aber ein Taschentuch lag verräterisch neben dem Tatort. Ich zog in Betracht, es einer Genanalyse zu unterziehen. Aber ich komm ja nur noch so selten nach Erlangen.
Zuletzt in diesem Monat übergab ich noch meinem ersten Mieter den Waldschlüssel. Und so viel mehr hab ich gemacht, aber alles würde diesen Blog sprengen und schon den wird kaum jemand, der ihn anklickt bis hierher durchgelesen haben. Oder? ^^
Coming soon: Mein November Teil 1&2
Ansonsten, ich wünsche euch:
Guter Lutsch
Hier geht es weiter!
Teil 1 verpasst? Hier lang!

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