Mein November als FÖJ-ler (Teil 1: Arbeit)

Im November gab es erst einmal einige erste Male: Die erste Reit-Theraphie-Stunde sowie die erste Einheit Erlebnispädagogik.
Bei der Reittherapie beschäftigten wir uns als erstes damit, wie die verschiedenen Dinge an Reitzubehör heißen, vom Halfter bis zum Hufauskratzer. Zuerst sollten die Kinder diese Dinge auf einem Arbeitsblatt ausmalen. Anschließend stellten wir ihnen die Pferde vor und erklärten ihnen, dass jedes Pferd sein eigenes Symbol und seine eigene Farbe hat.
Dementsprechende sollten dann für unsere zwei Therapiepferde, Kilian und Sammy, die Box und der Halfter im Sattelraum gesucht werden. In der Box zeigte sich dann, wer sich beim Ausmalen des Arbeitsblattes etwas gemerkt hat.
Mein Part bei der Therapiestunde ist meist der des Photographen: Für den Jahresbericht versuch ich die ganze Zeit, gute Bilder zu schießen. Leider kann ich die hier im Blog nicht verwenden, da es ohne extra Erlaubnis der Eltern verboten ist, Bilder der Kinder außerhalb des Schulmilieus zu veröffentlichen. Aber von den Pferden alleine habe ich ein paar.
Therapiepferd Kilian, links Sammy
Im weiteren Verlauf der Therapie lernten die Kinder (und ich Zwinkerndes Smiley ), dass man bei Pferden an den Ohren sieht, worauf gerade ihre Aufmerksamkeit gerichtet ist und dass der Sammy ziemlich kitzelig ist, wenn man ihn besonders in der Bauchgegend striegelt. Auch wie man den Halfter anlegt und das Pferd aus dem Stall führt, haben die Kinder schon gelernt. Mittlerweile können sie sich schon Parcours überlegen und dann das Pferd durch führen – wobei einmal ich als Pferd herhalten musste.
Besonders lustig dabei finde ich von den Kindern einen fußballbegeisterten Jungen. Während der Therapiestunde blüht er richtig auf und man sieht, wie gern er sein Pferd hat und dass ihm alles Spaß macht. Aber wenn wir ihn dann wieder zurück in seine Klasse bringen, in der weitere, fußballbegeisterte, “supermännliche” Jungs, teilweise schon mit Teeniebart, sitzen, dann schämt er sich, als würden gerade Bilder von ihm als nackiges Kleinkind herumgezeigt werden. Mann hat’s halt auch nicht leicht, was?
Igelhaufen Eingang
Das andere erste Mal war wie oben erwähnt die Erlebnispädagogik. Meistens gehen wir dazu zum Waldhaus und machen etwas in der Nähe. Das erste Mal war das Thema “der Igel”. Zuerst erzählte meine Anleiterin den Kindern, was Igel so alles gerne fressen und was sie alles nicht fressen sollten. Anschließend bauten wir dann einen Igelhaufen. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen gegenüber vom Garten und dann bekamen je zwei Kinder einen Müllsack. Die machten sie voll mit all dem Laub, das in den letzten Wochen herunter gekommen war. Manchmal so voll, dass die Müllsäcke rissen. Ab halber Höhe legten wir auf das bereits daliegende Laub ein paar stabile, lange Stöcke, damit der potentielle Igelgast nicht von Schneemassen erdrückt werden kann. Dann schichteten die Kinder weiter, bis der Haufen gute 1,20 m hatte. Nach etwa drei Wochen zog dann tatsächlich auch ein Igel ein! Als ich den Kindern dann diese Mittelung machte, gab es ein Freudengejohle als hätten die Kinder jeder hundert Kilo Süßigkeiten gewonnen.
Pilzzeichnungen
Die zweite Einheit Erlebnispädagogik lief unter meiner Regie unter dem Thema Pilze. Bei der Vorgehensweise bediente ich mich hier und da dem Konzept des Pilzkurses von Marcus Krüger, dem Heiligen vom Biologikum Erlangen Zwinkerndes Smiley. Die Woche vorher hatte ich dafür mit viel Liebe allerlei erdenklich Pilzformen gezeichnet, ausgemalt und laminiert. Damit wollte ich den Formreichtum der Pilze veranschaulichen und gleichzeitig den Blick der Kinder schärfen. Denn als nächstes begaben wir uns auf den Naturerlebnispfad mit dem Arbeitsauftrag: “Jeder findet zwei verschiedene Pilze”. Es war schon spät im November und der erste Frost war bereits mit aller Härte eingeschlagen. Dass wir nicht alle wunderschöne Bilderbuchpilze finden würden, hatte ich aber bereits gut erklärt mit: “Genauso wie es beim Menschen Kinder, Erwachsene und alte Leute gibt, gibt es auch bei Pilzen junge, erwachsene und alte Pilze”. Da mir das ohne Vorbereitung ganz spontan einfiel, bin ich immer noch stolz auf dieses Gleichnis ^^.
Wir fanden also, was die typischen Ständerpilze betrifft, hauptsächlich ziemlich ekelig-schlabberig-schleimige Exemplare. Aber auch viele Baum- und Korallenpilze befanden sich später auf unserem Ausstellungstisch. Wir besahen unsere Funde noch einmal genauer und entdeckten dabei noch viele Variationen, die man auf den ersten Blick gar nicht erkennt. Danach fiel uns noch auf, dass es ja auch außerhalb vom Wald Pilze gibt, zum Beispiel manchmal den Schimmel auf der Marmelade. Zum Abschluss ließ meine Anleiterin die Kinder noch Igel bauen aus allem, was die Kinder so finden konnten.
Sankt Martin im Waldhaus
Weitere Highlights des Monats November:
Natürlich haben wir Sankt Martin auch im Waldhaus gefeiert mit einer kleinen Theateraufführung der Geschichte vom Schuster Martin, der jedem etwas abgibt.
Außerdem habe ich jetzt ein erweitertes Führungszeugnis und darf damit offiziell mit Kindern arbeiten.
Und nun bin ich mit einer Infektionsschutzbelehrungsurkunde offiziell dazu berechtigt, Essen für andere Leute zuzubereiten und auszugeben.
Der Naturerlebnispfad hat zumindest digital einen neuen Flyer. Der ist zwar immer noch nicht im großen Stil gedruckt und am Ausliegen, aber immerhin hängt er schon in unserem Schaukasten.
UND, besonders toll:
Wir haben die Trockentoilette geleert. Das war mindestens zwei Jahre her gewesen. Dementsprechend voll waren die Behälter. Die beiden Urinbehälter hatten in die Aufbewahrungsbox gesifft, einer davon war komplett undicht und es ein Wunder, dass der Boden nicht unter Urin stand. Die Feststoffbehälter, die aufgrund falscher Benutzung gar nicht so festen Inhalt beherbergten, füllten wir großzügig mit extra hierfür abgeholten Sägespänen auf. Entsorgt haben wir dann alles auf dem Misthaufen vom Reiterhof. Die Außentemperatur war um die Null Grad und dementsprechend dampfte dabei der Misthaufen mit seinem neuen Zuwachs. Während der ganzen Aktion hatte ich eine Art Festivalfeeling. Oder wie man das nennt, wenn man auf einem Festival in ein Dixiklo geht und ein Haufen ******* zum Klositz herausschaut.
In der letzten Novemberwoche war wieder ein FÖJ-Seminar, davon erzähle ich aber in einem Extrablog.
Vielen Dank fürs hier reinschauen!
Ich hoffe es hat Spaß gemacht mitzulesen was ich hier so treibe.
Euer Tinschen

Hier gehts weiter zum nächsten Teil!
Teil 2 verpasst? Hier entlang!

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