Tinschen in Fronkreisch–Teil 3

Am 2. September brachen wir nach einem Frühstück in einer Großbäckerei mit Croissants und Pain au chocolat auf nach Croisic. Dort gibt es ein ausgezeichnetes Aquarium, das im Gegensatz zum viel bekannteren Aquarium in Brest ausgezeichnet in Schuss gehalten wird und wohl auch forschungstechnisch nicht zu verachten ist. Die Tafeln (hab ich alllllle abfotographiert, vielleicht hab ich ja zuhause mal Zeit, alle zu lesen – der Münchner Zoo könnte sich davon jedenfalls mal ordentlich was von abschneiden!) zu jedem Aquarium waren allesamt sehr liebevoll gestaltet und die Aquarien selbst waren ebenso liebevoll natürlichen wie menschlich beeinflussten Lebensräumen nachempfunden.
Tunnelaquarium Croisic
Auch ein Tunnelaquarium befand sich im Repertoir des Océariums Croisic – ohne lässt sich ja anscheinend heute kein Tourist mehr hereinlocken.
King of Crabs
Durch den Hauptteil des Aquariums bekamen wir eine sehr schöne, informative Führung, die aber dann zur Mittagsstunde abgebrochen wurde. Das Aquarium verfügt nämlich auch über ein Humboldt-Pinguin-Gehege. Und die Pinguine wollen auf den Punkt ihre tägliche Ration Sardinen serviert bekommen. Wir beobachteten das Spektakel und Tobi durfte auch einmal eine Sardine den Pinguinen zum Fraß vorwerfen.
Omma Muräne
Danach sahen wir uns das restliche Aquarium an. Es verfügte noch über zwei weitere große Bereiche. Zum einen war da eine Ausstellung mit dem Titel Vancouver zu sehen und deren typische Unterwasserwelt. Diese ging dann auch über in eine etwas karibischere Tierwelt mit krass bunten Fischlies – darunter natürlich auch wieder das obligatorische “Findet Nemo-Becken” ohne das der 0815-Besucher nicht glücklich wird.
Cherche Nemo!
Chelmon rostratus
Pterapogon kauderni

Besonders beeindruckend ist auch die letzte Ausstellungshalle im Océarium Croisic. Dieses steht unter dem Motto Australien, zeigt aber hauptsächlich ein riiiiiiiiiiiiiiieeeeeesiges Haifischbecken. Außerdem hängt ein riesiger Walhai in Originalgröße an der Decke und an der Wand sind ebenso in Originalgröße die Silhouetten weiterer bekannter Haiarten aufgemalt. Wie groß der doch gar nicht so böse weiße Hai wirklich ist, wird einem erst da bewusst.
Haifischbecken Croisic
Nach den wenigen, aber schönen Stunden im Aquarium ging es weiter zur letzten Zwischenstation in Quimper. Auf dem Weg dort hin hielten wir auch noch an einer Saline an, wo sich der ein oder andere ein Päckchen Fleur de sel besorgte. An einer Bootsschleuse betrachteten wir eine immer größer werdende Autoschlange, die sich an einer nach oben geklappten Brücke staute und vermampften dazu unsere Vorräte. Wir konnten es aber nach dem Aquarium nicht mehr erwarten, endlich an einem Strand Meeresbiologie zu betreiben, also machten wir einen Abstecher von der Hauptroute weg, etwa 5 min, zu einem kleinen Felsstrand.
Obelisk am Meer
Dort fand ich schnell eine hübsche Auswahl typischer Halophyten, für die ich mich ja schon seit Kroatien und spätestens auch seit Helgoland besonders interessiere. Der ein oder andere probierte auch die Wassertemperatur einmal aus, besonders wurde sich aber mit den Gezeitentümpeln beschäftigt. Da wir vorher nicht gefragt hatten, ob wir überhaupt einen Abstecher machen dürfen, schrieben wir uns auch alles, was wir am Strand fanden, akribisch auf. Es sollte uns niemand vorwerfen können, wir hätten da keine Wissenschaft betrieben sondern uns nur unwissenschaftlich vergnügt.
Abends, zurück am F1, das wir als Strafe erst viel später betreten durften, verköstigten wir dann noch verschiedene Sorten Cidre und weitere lokale Spezialitäten, die wir auf dem Weg eingekauft hatten. Am besten schmeckte uns der Kompromiss-Cidre, der zwischen ganz süß und ganz gammlig lag.
Achja, noch eine Warnung / Empfehlung: An diesem Abend gingen wir alle zusammen noch einmal in einen Flunch zum flunchen. Ein Teil der Truppe hatte in der Filiale von Trignac ja schon dort ihr Abendessen zu sich genommen. Diese hatten allesamt geschwärmt von den All-you-can-eat-Miesmuscheln und dem Wein. Ich persönlich mag keine Muscheln mehr – irgendwie kann ich mich einfach nicht überwinden Viecher im Ganzen zu verfuttern.. ganz davon abgesehen das besonders Miesmuscheln die Filter der Meeresküste sind und dementsprechend voll mit giftigen Schwermetallen und was man sich sonst auch nie freiwillig zuführen wollte. Jedenfalls: Wer Muscheln mag, ist dort sicher gut aufgehoben. Alles andere ist genauso ekeliger Kantinenfraß wie man es aus Deutschland kennt. Es gibt All-you-can-eat totgekochtes Einmachgemüse um die 15°C, nur alle halbe Stunde noch warme Pommes und einen Wasserspender zum nachschenken. Die Hauptgerichte neben den Muscheln sind genauso glutamatig wie zuhause. Alles tolerierbar, wenn man nicht nach Frankreich gekommen ist, um zu schlemmen. Tut euch allerdings einen Gefallen und geht im Hypermarché selbst auf die Toilette. Denn Flunchtoiletten befinden sich vom Comfortlevel her noch unter der typischen Raststättentoilette – und damit meine ich nicht Sanifair sondern die kleinen Häuschen an den Ausfahrten ohne Tankstelle.
Genuch!
Bis nächstes Mal! 

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